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Dotsie14

Lebende Foren-Legende

Beiträge: 687

Wohnort: Rhodos und Delmenhorst

1

Donnerstag, 23. August 2018, 21:32

Griechenland steht wieder auf eigenen Füßen?

Hört sich gut an! Ist aber nicht so.
Hier kommt, was ich gestern erlebte.

Ein Brief wird meinem Briefkasten von einer griechischen Behörde aus Athen zugestellt. Ich öffne ihn, und stelle, leider verspätet, fest, dass er gar nicht für mich ist. Bringe ich dieses Schreiben also zu meinem Vermieter. Der fasst sich an den Kopf und flucht: Ich habe lange Jahre in den USA und Italien gelebt, aber so etwas ist mir noch nie vorgekommen.
Es ging um die Versicherung eines seiner Verwandten gehörigen Autos. Dessen Besitzer ist im Jahre 1993 verstorben. Das Auto existiert gar nicht mehr. Nach 25 Jahren fällt irgend einem Verwaltungsmenschen plötzlich auf, dass das Auto gar nicht versichert ist!!!!!!!

Ich musste unwillkürlich lachen.

Aber dieses Beispiel macht wieder einmal deutlich, warum dieses Land nicht wirklich auf eigene Beine kommen wird. Die linke Hand weiß nicht, was die Rechte tut, besonders was die Verwaltungsstruktur des Landes betrifft.

Es fehlen kompetente Leute. Solche, die ihren Posten durch Know How und nicht durch Beziehungen ergattert haben.
Und wirklich helfen lassen will man sich ja auch auch nicht. Das geht gegen den griechischen Stolz.

Mit anderen Worten: Das griechische Schilda lässt grüßen.

Und bevor mich jetzt jemand angeht: Ich mag die Griechen und ihr Land. Sonst würde ich hier nicht leben, und ich lebe gern hier. Aber ich verschließe meine Augen auch nicht vor Missständen, die dringend behoben werden müssen. Leider sehe ich da auf absehbare Zeit schwarz.

Grüße
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ernstlrhodos

Lebende Foren-Legende

Beiträge: 3 525

Wohnort: Niederösterreich

2

Freitag, 24. August 2018, 00:00

Und bevor mich jetzt jemand angeht: Ich mag die Griechen und ihr Land. Sonst würde ich hier nicht leben, und ich lebe gern hier. Aber ich verschließe meine Augen auch nicht vor Missständen


Gut so, denn vor Missständen sollte man nie die Augen verschließen, egal ob man da lebt oder nur Urlaub macht. :thumbup:

Gruß
Ernstl
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Souma-Heli

Lebende Foren-Legende

Beiträge: 1 129

Wohnort: Rhodos / Bayern

3

Freitag, 24. August 2018, 06:44

Mit dem Schlusssatz von Dotsie enden Beiträge mit Kritik über GR bei mir auch meist. Sonst kommt sofort das Killerargument "warum lebst du dann dort?". Selbiges kommt aber nie von Residenten, sondern von Urlaubern, die meinen griechischer sein zu müssen als die Griechen selbst.

Gruß
Helmut

"Die Toren besuchen in fremden Ländern die Museen. Die Weisen aber gehen in die Tavernen."
(Erich Kästner)


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Alex

Forums-Freak

Beiträge: 122

Wohnort: Franken

4

Freitag, 24. August 2018, 09:55

Zudem ist es ja nicht so, dass wir nicht auch genügend Mißstände und Probleme in Deutschland haben, über die man den Kopf schütteln kann oder so gar fürchterlich aufregen könnte. Da sagt ja auch keiner, warum lebst Du dann hier?

Ich finde diese Schilderungen interessant, da ich als Tourist diese Dinge nicht mitbekomme. Ich weiss aber sehr wohl, dass es in keinem Land nur die Schokoladenseite gibt. Also von mir aus, gerne weiter posten :thumbup:
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Tuppes

Fingerwundschreiber

5

Freitag, 24. August 2018, 14:30

Wohl war! Niemand hier sollte mit dem Finger auf die "faulen" Griechen zeigen, die nix auf die Reihe kriegen. Wir bekleckern uns hier ja zurzeit permanent mit Ruhm. Dieser alberne Flughafen steht ja nur beispielhaft für so Vieles, was hier in einem der reichsten Länder der Welt nicht gelingt.

Ich habe - zusammengenommen - auch schon einige Jahre meines Lebens in GR (ausschließlich Rhodos, wie ich gestehen muss) verbracht und glaube daher, die Leute und ihre Mentalität etwas zu kennen. Aber solche Stories, wie Dotsie sie erzählt hat, verwundern einen immer wieder und man sagt sich: "So kann da nix draus werden!". Ich habe Hoffnung, dass die junge Generation verstanden hat, dass sich Einiges ändern muss, um in Europa mitspielen zu können. Sonst "isch over" - kennt man ja.

Dennoch: Ich liebe sie! Obwohl - oder gerade weil - sie so sind.
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Dotsie14

Lebende Foren-Legende

Beiträge: 687

Wohnort: Rhodos und Delmenhorst

6

Freitag, 24. August 2018, 21:51

Ja, die junge griechische Generation.

Ich kann jetzt nur über meine Erfahrungen hier auf Rhodos berichten, anderswo in Griechenland habe ich keine Ahnung.

Eine junge rhodische Dame geht zum studieren. Nach abgeschlossenem Studium muss man sich erst mal ein Jahr auf Kosten der Eltern erholen und vergnügen, denn das Studium war ja soooooo aaaaanstrengend. In dieser Zeit geht man als Dame von rhodischer Welt, die etwas auf sich hält, auf Bräutigamsuche. Pünktlich stellt sich spätestens 9 Monate nach der Hochzeit Nachwuchs ein.

...... und so war das Studium der jungen Dame teuer und..... vergebens... Denn von da an wird sie sich auf ihre rhodische "DippeldappelTour" besinnen, und es viel zu anstrengend finden, sich weiterzubilden, einen neuen Start ins Berufsleben zu wagen.

Das ist ein Grund, warum der griechischen Volkswirtschaft wichtige, ausgebildete Arbeitskräfte verloren gehen.

Wenn ihr wollt, nenne ich in einem weiteren Post andere Erfahrungen, die ich persönlich mit den jungen Menschen hinsichtlich ihrer Ausbildung auf Rhodos gemacht habe.

Grüße


@Tuppes: Ich fürchte, Du hast recht. "Isch over"!
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Souma-Heli

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Beiträge: 1 129

Wohnort: Rhodos / Bayern

7

Samstag, 25. August 2018, 07:02

Wobei "studieren" hier ein weiter Begriff ist. Jede weiter führende Ausbildung wird als "studieren" bezeichnet. "Unsere Tochter studiert jetzt in Thessaloniki". "Schön, was denn"? "Kosmetik". "Ahhhh ja".

Aber es ist nicht nur die holde Weiblichkeit, die sinnlos kostspielige Ausbildungen absolviert. Bei den Buben ist es oft nicht anders. Eines Freundes Jungs. Der eine studierte in Athen BWL, der andere Grafikdesign. Zurück vom Festland wird dann in Papas Kneipe gearbeitet. Aber mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre nie etwas anderes geplant gewesen.
Gerechterweise muss man sagen, dass der Arbeitsmarkt auf der Insel natürlich beschränkt ist und in abhängiger Arbeit mittlerweile nichts mehr bezahlt wird. Da ist dann in der Gastronomie im Familienbetrieb doch mehr zu verdienen. Das dürfte aber schon vorab bekannt gewesen sein. Wozu also dann eine Ausbildung, die man eh nicht vor hatte anzuwenden? Oder wenn schon weiterführende Schule, dann etwas, was in der Gastronomie von Nutzen ist.

Ich kenne nur ein Mädel, die auf Zypern ihre Ausbildung zum Koch absolviert hat und sich dann in verschiedenen Restaurants zur Chefköchin hochgearbeitet hat. Die hat bis dato keine Ambitionen nach Rhodos zurückzukehren und als Heimchen am Herd zu enden.

Gruß
Helmut

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(Erich Kästner)


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8

Samstag, 25. August 2018, 10:47

:thumbsup:
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Dotsie14

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Beiträge: 687

Wohnort: Rhodos und Delmenhorst

9

Montag, 27. August 2018, 18:35

:thumbsup:
Und die junge Dame, die sich hochgearbeitet hat, trägt sie mittlerweile eine Kurzhaarfrisur?

Das habe ich nämlich beobachtet. Griechinnen mit Kurzhaarfrisur sind meist Macherinnen. Die haben kein Interesse an Schnickschnack.

Grüße
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Souma-Heli

Lebende Foren-Legende

Beiträge: 1 129

Wohnort: Rhodos / Bayern

10

Dienstag, 28. August 2018, 16:16

Als ich sie vor ca. 3 Monaten (arbeitet noch auf Zypern und kommt nur sporadisch nach Rhodos) das letzte Mal sah, noch nicht. Aber ansonsten sehr tough, gut aussehend und selbstbewusst. Selbst ihr dominanter Vater beißt sich (hoffe ich) mittlerweile die Zähne an ihr aus.

Hoffe "mein" Mädel geht ihren Weg. Hatte sie schon als Baby auf meinem Schoß.

Gruß
Helmut

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monika

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Beiträge: 486

Wohnort: Frechen bei Köln

11

Mittwoch, 29. August 2018, 08:07

Hi zusammen,

hm ich dachte bisher das wäre nur in meinem Bekanntenkreis so, dass die Mädels entweder eine Ausbildung abbrechen (nein, sie konnte nicht lange Stehen und der Chef war unfreundlich), gar keine anfangen oder wenn- dann unnütz vergeuden.
Es ist gut zu lesen, dass es in anderen Familien etc. genau so abläuft. Hauptsache High Heels, langes Wallewallehaar, hautenge Klamotten, Schminke bis zum Abwinken und Parties - Mama und Papa zahlen ja, wie und wovon ist egal. Dann heiraten, Kinder - viele Kinder- bekommen - Scheidung - ooooh kein Geld aber Mama zahlt auch noch die Scheidung und gleich die nächste Hochzeit und die nächsten Taufen.....


Jaja, so sieht es aus. Ehrlich gesagt was Arbeit ist wissen diese Mädels (auch ich kenne in dem speziellen Fall nur Mädchen) nicht wirklich. Wenn sie der Mutter im Haus helfen sollen - Mama hat ja 1-2 Jobs - Töchterlein keinen - dann ist das schon zu viel verlangt.
Da hab ich auch kein Verständnis für und das habe ich den Müttern auch schon mehrmals gesagt.

Aber ..... auch das ist griechische Mentalität
Einmal im Leben Rhodos - immer im Leben Rhodos und das seit 1986
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Dotsie14

Lebende Foren-Legende

Beiträge: 687

Wohnort: Rhodos und Delmenhorst

12

Mittwoch, 29. August 2018, 19:56

@ Monika :thumbsup:




Ich frage mich nur, waren die Mütter der heutigen jungen Damen auch schon so verwöhnt? Oder anders, wann ist diese Unsitte eigentlich aufgekommen? Denn viele der älteren Generation schuften sich halb krumm, um der verwöhnten Nachkommenschaft die Flausen noch größer aufzublasen.

Erfahrung aus meinem griechischen Umfeld: Der Vater ist herzkrank, und benötigt seine Medikamente wirklich dringend. Lieber verzichtet er darauf, und gibt seinem 23 jährigen Jüngsten das Geld, damit sich dieser nach Herzensluat mit seinen Freunden vergnügen kann. Obwohl der einem nicht ganz so schlecht bezahlten Job bei einem Kunstschmied nachgeht!
Fragt man den Vater nun, ob mit seinem frühzeitigen Tod ( weil keine Pillen) seinem Sohn vielleicht besser gedient wäre, erntet man nur einen verständnislosen Blick.

Und mehrfache Versuche, den guten Leutchen klarzumachen, dass sie mit einem derarten Verhalten ihrem Nachwuchs eher schaden als nützen (lebensuntüchtig und so....), werden geduldig angehört, und dann freundlich ignoriert. Konsequenz bei der Kindererziehung ist hier eher die Ausnahme. Ich hab's inzwischen aufgegeben.

Wenn dann das große Palaver ausbricht, weil irgend etwas schiefgegangen ist, sage ich jetzt nur noch: Selbst schuld!

Ach ja, und übrigens: Samstags und Sonntags gehe ich nicht mehr zum Schwimmen. Das permanente Geschrei der griechischen Kinder schafft mich.

Ich setzte keine große Hoffnung auf die junge Generation.

Aber vielleicht ist diese Situation nur auf Rhodos so.

Und es gibt dann und wann auch Ausnahmen.

Grüße
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